Nicolaus-Copernikus-Planetarium Nürnberg: Astronomie und Kultur
 
 
 
 
 
 
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Astroinfos

Wo erfährt man mehr über Astronomie, Sternwarten und Planetarien? Es gibt zahllose Webseiten mit Informationen über das Weltall, Sternwarten und Planetarien. Hier ist eine kleine Auswahl, von der aus man weiter surfen kann:

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Worüber möchten Sie sich informieren?

Grundlegende Informationen
astronomische Daten
Mondeinfluss
Mondfinsternisse
Mondlandungen
Planetarien
Sonnenfinsternisse
Sterne kaufen
Sternschnuppen
unerklärliche Himmelsbeobachtung
Wassermannzeitalter

 

 

 

 

Grundlegende Informationen:

Astronomie in Nürnberg - das Portal für die Region

 

Speziell über Planetarien:

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Wann und wo finden die nächsten Sonnenfinsternisse statt?

Nächsten TOTALEN Sonnenfinsternisse ereignen sich in folgenden Regionen:

  • 21.08.2017: Pazifik, Nordamerika, Atlantik
  • 02.07.2019: Südamerika, Südpazifik
  • 26.12.2019: ringförmige Finsternis in Arabien, Indien, Indonesien
  • 21.06.2020: ringförmige Finsternis über Afrika, Arabien, Pakistan, China, Taiwan

Von Deutschland aus sind in den kommenden Jahren nur Teilverfinsterungen
(partielle Finsternisse) zu sehen:

  • 10.06.2021: zwischen 10.30 und 12.30 Uhr MESZ
  • 29.03.2025: zwischen 11.25 und 13.00 Uhr MEZ

Und weil immer wieder gefragt wird, wann die nächsten TOTALEN Sonnenfinsternisse in Deutschland stattfinden, sind hier die Daten (zur Weitergabe an Kinder und Enkel):

  • 03.09.2081 über Süddeutschland, Bodensee, Alpen, Grenzregion zu Frankreich, Schweiz, Österreich.
  • 07.10.2135 über Norddeutschland
  • 14.06.2151 über Süddeutschland
  • Ringförmige Sonnenfinsternis am 23.7.2093

Umfangreiche Informationen über Sonnenfinsternisse bietet die Homepage

 

Lohnt sich eine Reise zur Sonnenfinsternis?

Einige Leute, die schon einmal eine totale Sonnenfinsternis erlebt haben, sind regelrecht süchtig danach geworden und geben viel Geld aus, um wieder in den Kernschatten des Mondes zu gelangen. Ob sich die Reise lohnt, hängt u.a. von der Entfernung und dem Zielort ab. Neben der Finsternis bietet sich die Gelegenheit, Land und Leute kennen zu lernen. Zu einer guten Vorbereitung gehört auch die Erkundigung nach den erwarteten Wetterverhältnissen und der vorhandenen Infrastruktur sowie nach möglichen Sicherheitsrisiken im betreffenden Land. Auskunft darüber erteilen zum Beispiel spezialisierte Reiseunternehmen. Der einzige uns bekannte Anbieter im Raum Nürnberg für astronomische Exkursionen ist http://www.wissenschafts-reisen.de.Andererorts kann man sich bei Volkssternwarten, Volkshochschulen oder Reisebüros erkundigen. Auch eine Internet-Recherche ist empfehlenswert.

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Wann ereignen sich die nächsten Mondfinsternisse?

In den kommenden Jahren werden bei gutem Wetter folgende Mondfinsternisse von Deutschland aus sichtbar sein:

  • 07. August 2017 ( partielle Mondfinsternis )
  • 27. Juli 2018 ( Totale Mondfinsternis )
  • 21. Januar 2019 ( Totale Mondfinsternis )

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Ist Pluto ein Planet?

Lange Zeit galt Pluto als neunter Planet des Sonnensystems. Das hat sich geändert. Pluto gilt heute als Prototyp einer neuen Klasse von Objekten, die als "Zwergplaneten" bezeichnet werden.

Nachdem jenseits der Plutobahn noch weitere Objekte entdeckt wurden, die eine ähnliche Größe wie Pluto haben, entschied die Internationale Astronomische Union (IAU) http://www.iau2006.org/mirror/www.iau.org/iau0603/index.html eine neue Definition des Begriffs "Planet". Infolge dieser Entscheidung gibt es jetzt drei Kategorien von Objekten im Planetensystem:

1. Acht Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

2. Zwergplaneten: z.B. Ceres (zwischen Mars und Jupiter), Pluto und UB313 (inoffiziell "Xena" genannt) jenseits der Neptunbahn. Die Zahl der Zwergplaneten wird infolge weiterer Entdeckungen ständig zunehmen.

3. Kleinkörper im Sonnensystem: z.B. Planetoiden (auch "Asteroiden" genannt) und Kometen.

Unser Kenntnisstand über das Sonnensystem und über die physikalischen Eigenschaften der Planeten hat sich dadurch nicht geändert. Unsere Planetariumsprogramme werden schrittweise an die neue Planetendefinition angepasst.

 

Wer liefert astronomische Daten?

Allgemeine Informationen und Tabellen (Ephemeriden) zur Sichtbarkeit von Mond, Planeten und anderen vorausberechenbaren Himmelsereignissen findet man in den gängigen astronomischen Jahrbüchern, die jeweils im Herbst erscheinen und immer für das folgende Jahr gelten. Sie sind im Buchhandel erhältlich. Aufpassen: Verwechseln Sie nicht ASTRONOMISCHE Jahrbücher und Himmelskalender mit ASTROLOGISCHEN Kalendern! Wenn von Horoskopen und Lebensrat die Rede ist, handelt es sich NICHT um ein astronomisches Jahrbuch.

Fortgeschrittene und Profis benutzen darüber hinaus noch das englisch-amerikanische Standardwerk "Astronomical Almanac", zu dem es einen Ergänzungsband ("Explanatory Supplement") mit ausführlichen Erläuterungen gib. Mehr darüber beim Nautical Almanac Office http://www.ast.cam.ac.uk/nao/ , das ebenso wie das U.S. Naval Observatory http://aa.usno.navy.mil auch Online-Berechnungen anbietet.

Für Verlage, die Kalender herstellen und bereits einige Jahre im voraus Daten brauchen (z.B. Sonnenauf-/-untergänge, Mondphasen usw.) gibt es ein Buch mit dem Titel "Astronomische Grundlagen für den Kalender" erschienen im Buchverlag G. Braun, Karl-Friedrich-Str. 14-18, 76133 Karlsruhe, Tel.: (0721) 165-195, Fax: 165-855.

Für weitergehende Fragen und spezielle Berechnungen empfehlen wir ggf. die Kontaktaufnahme zum Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg http://www.ari.uni-heidelberg.de Dieses Institut kann auch rechtsverbindliche Angaben (z. B. für Gutachten bei Gericht) machen.

Spezielle Fragen zur Zeitmessung und Regularien wie z.B. Sommerzeit, Schaltsekunden usw. beantwortet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig http://www.ptb.de

Dass es mittlerweile auch zahllose Astronomie-Programme gibt, mit denen sich Gestirnspositionen berechnen und darstellen lassen, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Aber Vorsicht: Nicht alles auf dem Markt verwendet korrekte Algorithmen, sodass manches Programm falsche oder irreführende Informationen liefert.

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Kann man Sterne kaufen?

Kurze Antwort: NEIN.

Lange Antwort: Soweit uns bekannt, bieten diverse Unternehmen in den Vereinigten Staaten mit fantasievollen Namen wie z.B. "International Star Registry" oder "Ministry of Federal Star Registration" Benennungen von Sternen an, indem sie den Namen des "Besitzers" des Sterns gegen eine Gebühr in eine Liste eintragen. Der "Sterneigentümer" erhält darüber eine Urkunde. Benannt werden ausschließlich sehr lichtschwache Sternchen von untergeordneter Bedeutung, die man meist nur in größeren Fernrohren sehen kann.

Seitens der Astronomie ist die Sachlage eindeutig: Die offizielle Namensgebung für Himmelskörper erfolgt ausschließlich durch die Internationale Astronomische Union (IAU), http://www.iau.org/BUYING_STAR_NAMES.244.0.html die sich als Berufsverband aller Astronomen von der Kommerzialisierung der Sternnamen klar distanziert hat. Einen direkten Weg, um den eigenen Namen auf einen Himmelskörper zu übertragen, kann man praktisch nur durch dessen Entdeckung erwirken. Kometen werden beispielsweise traditionell mit den Namen ihrer Entdecker versehen. Auch wer einen kleinen Planeten entdeckt, darf einen Namen dafür vorschlagen, und wenn jemand einen neuen Stern ausführlich erforscht und damit einen nennenswerten Beitrag für die Wissenschaft leistet, wird die IAU nicht abgeneigt sein, ihn zusätzlich mit dem Namen des Forschers zu versehen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Astronomische Vereinigungen, Planetarien und Sternwarten, Sterne zur Förderung einer gemeinnützigen Sache, z.B. das Sammeln von Geld für die Erneuerung der Ausstattung anbieten. Die Einrichtungen machen stets deutlich, dass es sich hierbei um eine Spendenaktion handelt. Deshalb ist in solchen Fällen auch von Patenschaften und nicht von Sterntaufen die Rede. Die "Sternpaten" erhalten deshalb keine Rechnung, sondern eine Spendenbescheinigung.

In Nürnberg vergibt die Nürnberger Astronomische Gesellschaft e.V. zur Unterstützung ihrer Satzungsziele Sternpatenschaften. Mehr Informationen finden Sie unter:

http://www.sternpate-nuernberg.de

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Warum fallen im August so viele Sternschnuppen?

Seit über 1 1/2 Tausend Jahren beobachten die Menschen, dass in der ersten Augusthälfte besonders viele Sternschnuppen vom Himmel fallen. Im Volksmund werden sie manchmal "Tränen des Laurentius" genannt. Diese Bezeichnung geht auf den Heiligen Laurentius zurück, der am 10. August des Jahres 258 als Märtyrer zu Tode kam, genau zu jener Zeit, als nachts besonders viele Sternschnuppen erschienen.

Die Wissenschaftler nennen die Sternschnuppen "Meteore" und sprechen bei den Laurentiustränen von den "Perseiden", weil sich die Spuren der meisten Sternschnuppen am Himmel zum Sternbild Perseus zurückverfolgen lassen.

Bei Sternschnuppen handelt es sich um kleine Gesteinskörnchen, die mit der Erde zusammenstoßen und in den hohen Atmosphärenschichten verglühen. Dass man gelegentlich besonders viele Sternschnuppen am Himmel sehen kann, liegt an den Kometen. Diese Schweifsterne verdampfen teilweise auf ihrem Weg um die Sonne und verteilen kleine Bruchstücke auf ihrer Bahn. Wenn nach Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten die Erde eine ehemalige Kometenbahn kreuzt, prasselt der Kometenstaub auf die Erde.

Die meisten Sternschnuppen des Perseidenschwarmes fallen zwischen dem 10. und 13. August. Sie gehen auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück. Bei klarem Himmel sind dann vor allem zwischen 23 Uhr und 4 Uhr ein bis zwei Meteore pro Minute zu sehen. Um sie alle zu erspähen braucht man aber einen wirklich dunklen Himmel. Die Aufhellung des Himmels durch die Lichter einer Großstadt macht die Erkennbarkeit von Sternschnuppen schwer. Immerhin sind sie nicht so hell wie ein Feuerwerk. Auch der Vollmond kann durch seine Helligkeit die Sichtbarkeit von Sternschnuppen stark mindern. Aus diesem Grund sind Nächte zwischen Neumond und erstem Viertel (zunehmender Halbmond) ideal.

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Wem kann man eine unerklärliche Himmelsbeobachtung melden?

Planetarien und Sternwarten geben gerne Auskunft, wenn jemand etwas Merkwürdiges am Himmel gesehen hat. Häufig sind die Schilderungen aber so ungenau und verworren, dass sich zumindest auf Anhieb keine Erklärung finden lässt. Die dünne Personaldecke unseres Hauses und die tägliche Flut von eingehender Post ermöglicht uns auch keine langwierige Recherche solcher Sichtungen. Sie könne sich aber gerne an die Nürnberger Astronomische Arbeitsgeminschft NAA wenden http://www.naa.net

Unserer Erfahrung zufolge sind viele UFO-Berichte auf astronomische Objekte (helle Planeten, Sternschnuppen, Boliden usw.) oder meteorologische Phänomene (Lentikularwolken, Nebensonnen u.ä.) zurückzuführen. Auch Satelliten und die Internationale Raumstation erwecken gelegentlich Aufmerksamkeit, wenn sie über den Himmel ziehen. Die zunehmende Zahl von Satelliten für die Mobiltelefonie sorgt seit wenigen Jahren vermehrt zu auffälligen Lichterscheinungen. Mehr zur Satellitenbeobachtung findet man auf der Homepage des Deutschen Satellitenbetriebszentrums GSOC http://www.heavens-above.com.

In der Dämmerung sorgen Wetter- und Höhenforschungsballons sowie Werbezeppeline immer wieder für UFO-Meldungen. In letzter Zeit werden immer häufiger vermeintliche UFOs von Lichteffektgeräten (Laser "Skytracker" oder "Skybeamer") erzeugt, die z.B. von Diskotheken zum Himmel gerichtet werden und Lichtflecken an Wolken erzeugen. Es gibt auch kleine Modell-Ballone, die als Party-Gag in die Luft gelassen werden. Da man in der Dunkelheit ihre Entfernung nicht schätzen kann, erreichen uns in solchen Fällen manchmal dramatische Schilderungen von scheinbar "riesigen" Lichtkugeln, die als außerirdische Raumschiffe interpretiert werden. Wenn man bedenkt, dass von Spezialfirmen sogar beleuchtete Ballone in UFO-Form mit mehreren Metern Durchmesser hergestellt werden, wundert es nicht, wenn manchmal von sogenannten UFO-Wellen die Rede ist. Aufgrund der vielen möglichen Ursachen ist eine Untersuchung von Einzelfällen sehr schwierig und zeitraubend. Dieser Aufgabe widmen sich z.B. folgende Organisationen:

Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) in Mannheim, Tel./Fax: (0621) 703506 http://www.alien.de/cenap/index.htm

Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP) in Lüdenscheid, Tel.: (02351) 23377. http://www.ufo-forschung.de

Gesellschaft für Anomalistik e.V. Tel.: (06224) 922292 http://www.anomalistik.de

Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in Roßdorf, Tel.: (06154) 8946 http://www.gwup.org

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Wurden die bemannten Mondlandungen gefälscht?

Seit dem Astronauten auf dem Mond gelandet sind, gibt es Menschen, die dieses Ereignis bezweifeln. Insbesondere in den USA sind Verschwörungstheorien aller Art weit verbreitet. Die Menge der Argumente ist zwar groß, sie erweisen sich jedoch bei genauerer Betrachtung als nicht stichhaltig. Nachdem die Hauptargumente der Zweifler gründlich widerlegt wurden, erfinden sie ständig neue "Indizien" und "Beweise" für eine große Verschwörung der amerikanischen Regierung und ihrer Geheimdienste. Auch zahlreiche Techniker und Wissenschaftler in aller Welt sollen demnach an dieser angeblichen Konspiration beteiligt sein. Ähnlich wie bei UFO-Thesen sind die Beweise für diese abenteuerlichen Behauptungen allerdings oft anekdotischer Natur und die Argumentation ist mangelhaft, nicht selten sogar sachlich falsch. Da sie jedoch immer wieder Beachtung finden, nennen wir einige Webseiten, die sich z.T. sehr ausführlich mit den Argumenten der Mondverschwörungstheoretiker auseinandersetzen:

In deutscher Sprache:

In englischer Sprache:

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Beeinflusst der Mond unser Leben, Gesundheit, Wohlbefinden?

Sowohl für Anhänger und Skeptiker des Mondglaubens gibt es unbeliebte Wahrheiten:

  1. Die oft behaupteten Einflüsse des Mondes halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Anhand sauberer Statistiken und Doppelblind-Tests wurde vielfach nachgewiesen, dass die Mondphasen keinen Zusammenhang mit folgenden Ereignissen aufweisen: Wetter, Geburtenhäufigkeit, Unfallstatistik, Kriminalitätsrate, psychische Störungen, Schlafstörungen, Wundheilung, Menstruationszyklus u.v.m.
  2. Menschen, die sich auf die Mond-Mystik eingelassen haben und ihr Verhalten an einen Mondkalender ausrichteten, berichten gelegentlich von durchschlagenden Effekten, die der Mond auf ihr Befinden, ihre Gesundheit und manches mehr haben soll. Einige Ärzte und Patienten sind zu überzeugten "Mond-Anhängern" geworden, weil die Befolgung bestimmter Verhaltensregeln eine Verbesserung gesundheitlicher Störungen oder Heilungserfolge mit sich brachte.

Beim Glauben an die Wirkung des Mondes (Lunatismus) handelt es sich offensichtlich weniger um ein astronomisches Thema, sondern eher um ein psychologisches oder soziologisches Phänomen. Da sich objektiv kaum kausale Zusammenhänge zwischen Mond und Mensch nachweisen lassen, aber trotzdem einzelne Menschen vom Glauben an die "Kraft des Mondes" einen Vorteil schöpfen, liegt ein Vergleich mit sogenannten Placebo-Effekten nahe: Versetzt man Menschen in den Glauben an die Wirkung eines Medikamentes und verabreicht ihnen Tabletten ohne Wirkstoff (Placebos), so treten manchmal trotzdem Wirkungen und Nebenwirkungen auf. Dieses Phänomen legt den Schluss nahe, dass die zahlreichen Mondeinflüsse auf gut bekannte psychologische Phänomene wie Selbstkonditionierung, selbsterfüllende Erwartungshaltungen, Einbildung, Autosuggestion und Placebo-Effekte zurückzuführen sind. Diese Vermutung wird dadurch unterstützt, dass die Hinweise in den diversen Mondratgebern teilweise widersprüchlich sind und trotzdem alle überzeugte Anhänger haben. Darüber hinaus haben wir den Eindruck gewonnen, dass es sich bei den Mondratgebern hauptsächlich um eine auf kommerziellen Gewinn ausgerichtete Verbreitung von Aberglauben handelt. (Mehr über die komplizierte Frage, warum Menschen gelegentlich felsenfest an Dinge glauben, die es nachweislich nicht gibt, findet man bei der Gesellschaft für Anomalistik e.V. http://www.anomalistik.de und der GWUP http://www.gwup.org )

Nichtsdestotrotz kann der Glaube an die heilbringende "Kraft des Mondes" bei psychischen oder psychosomatischen Problemen ebenso nützlich sein wie der Glaube an Placebos. Wird er erfolgreich genutzt, gilt das Motto: "Wer heilt hat recht". Wer sich als Patient darauf einlässt, muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass er sich einer gewissen obskuren Fremdbestimmung unterordnet, die ihn schnell zur Teilnahme an einem kommerziell ausgerichteten, paranormalen Überzeugungssystem verleitet. Jede(r) muss letztendlich selbst entscheiden, was ihr/ihm der Glaube an den Mond und andere okkulte Phänomene wert ist. Aber Vorsicht: Ernste Erkrankungen können durch Einbildung nicht beseitigt werden! Wer sich lieber Wunderheilern zuwendet anstatt kompetente, ärztliche Hilfe zu nutzen, bezahlt seinen Glauben an esoterische Phänomene schlimmstenfalls mit einem verkürzten Leben.

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Wann beginnt das Wassermann-Zeitalter?

Im Zusammenhang mit dem Beginn des neuen Jahrtausends ist gelegentlich vom "Zeitalter des Wassermanns" (engl.: Age of Aquarius) die Rede. Wir werden manchmal gefragt, wann denn nun diese legendäre Ära beginnt bzw. begonnen hat. Die Antwort ist nicht ganz einfach.

Zunächst muss klargestellt werden, dass es sich dabei nur am Rande um ein astronomisches Thema handelt. Die Astronomie ist eine Naturwissenschaft und kümmert sich nicht um die willkürliche Einordnung von Zeitepochen nach bestimmten Sternbildern des Tierkreises. Statt dessen kommt das Thema aus einer eher esoterisch geprägten Form der Sterndeuterei (Astrologie). An dieser Stelle muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Sterndeuterei keine wissenschaftliche Anerkennung genießt und aus Sicht der Astronomie den Charakter eines Aberglaubens besitzt.

Soweit sich aus der Literatur entnehmen lässt, herrscht unter den Sterndeutern keine Einigkeit über die genaue Festlegung des Wassermann-Zeitalters. Wie alles in der Astrologie ist der Interpretationsspielraum beliebig groß und so wurde der Beginn des Wassermann-Zeitalters von diversen Astrologen schon auf folgende Jahre gelegt: 1781, 1844, 1900, 1904, 1962, 1983, 1999, 2000, 2160, 2217, 2375, 2376 und 2740. Zahlreiche Sterndeuter bestreiten sogar grundsätzlich die astrologische Relevanz von sog. "Weltjahren", die eine Länge von jeweils 2160 Jahren haben sollen. Die Vorstellungen vom Wassermann-Zeitalter gehen auf antike Mythen vom "Goldenen Zeitalter" zurück, in welcher die Menschheit in einem paradiesischen Urzustand lebt. Populär wurde das Thema durch das Musical "Hair" aus dem Jahr 1967. Dort heißt es im Lied "Aquarius": "Wenn der Mond im siebten Haus steht, und Jupiter mit Mars geht, wird Friede die Planeten lenken, und Sterne werden Liebe schenken." Wir können aus diesem Text wenig Konkretes herauslesen und beschäftigen uns deshalb im Folgenden besser mit den astronomischen Fakten.

Die Grundidee des Wassermann-Zeitalters geht auf die Tatsache zurück, dass der Nullpunkt des himmlischen Koordinatensystems (der sog. Frühlingspunkt) am Himmel durch die Sternbilder wandert. Dieser sehr langsame, als "Präzession" bezeichnete Bewegungsvorgang bewirkt auch, dass astronomische Tierkreissternbilder und astrologische Tierkreiszeichen nicht mehr übereinstimmen. Wer z.B. mit der Sonne "im Zeichen der Zwillinge" geboren wurde, ist astrologisch ein Zwilling, obwohl die Sonne zum Geburtszeitpunkt im Sternbild Stier gestanden haben kann.

Legt man die international gültigen Grenzen der Sternbilder zugrunde, dann befindet sich der Frühlingspunkt zur Zeit im Sternbild Fische. In diesem Sinne befinden wir uns also gegenwärtig im "Zeitalter der Fische". Voraussichtlich kurz vor dem Jahr 2600 überschreitet der Frühlingspunkt die Grenze zum Sternbild Wassermann (lat. Aquarius). Wenn man so will, beginnt dann das Zeitalter des Wassermanns, das ungefähr bis zum Jahr 4300 dauern wird. Ganz genau lassen sich diese Daten erst einige Jahrzehnte vorher bestimmen, weil die Präzessionsbewegung von kleineren Schwankungen überlagert wird, die sich innerhalb von einem Jahrhundert deutlich ändern.

Zum Abschluss noch einige wichtige Anmerkungen: 1.) Die Zeiteinteilung in "Weltjahren" und Zuordnung von Tierkreisnamen ist pure Mystik und hat weder astronomisch noch kalendarisch irgendeine Bedeutung. Es gibt keinen kulturhistorisch erkennbaren Hinweis, dass die Entwicklung menschlicher Hochkulturen in vorausbestimmten Zeiträumen abläuft. 2.) Die Vorstellung, dass mit dem Anbruch des Wassermann-Zeitalters eine neue und bessere Weltordnung beginnt, war in den 60er Jahren bei den Hippies verbreitet und gehört ins Reich der New-Age-Esoterik. Wir wollen natürlich niemandem die Hoffnung auf eine bessere und friedlichere Welt nehmen, aber nach allem was wir wissen, wird die Entwicklung der Menschheit nicht vom Lauf der Gestirne bestimmt sondern von irdischen Faktoren und vom Verhalten der Menschen selbst.

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