Nicolaus-Copernikus-Planetarium Nürnberg: Astronomie und Kultur
 
 
 
 
 
 
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Der Sternenhimmel im Frühling

Link zur Sternkarte Frühling

Die Sternkarte zeigt den typischen Frühlingshimmel, wie er sich abends in den Monaten April bis Juni bietet. Der Rand der Sternkarte stellt den Horizont dar. Die Windrichtungen sind mit Buchstaben markiert. Man hält die Karte nach oben, als ob man zum Himmel schaut, wobei die Richtung, in die man blickt, auf der Karte unten sein muß. Die Mitte der Karte ist der Scheitelpunkt des Himmels, der Zenit. Der Übersicht halber wurden nur die auffälligsten Sterne eingetragen. Wer den Himmel genauer kennenlernen möchte, sollte freitags oder samstags abends die Nürnberger Sternwarte besuchen oder an einer Planetariumsvorführung teilnehmen.

Das bekannteste Sternbild des nördlichen Himmels, der Große Wagen, steht jetzt senkrecht über uns am Himmel. Der mittlere Deichselstern trägt den Namen "Mizar" und ist ein berühmter Doppelstern. Von Naturvölkern wird er als Augenprüfer benutzt, denn nur scharfe Augen erkennen den kleinen Begleitstern.

Ein Stück weiter nördlich befindet sich der Kleine Wagen, an dessen Deichselende sich der Polarstern befindet. Viele Menschen glauben, der Polarstern sei der hellste Stern des Himmels, was keineswegs stimmt. Er ist nur mittelmäßig hell und steht am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens. Was ihn so bedeutsam macht, ist seine Lage am Himmel. Er steht am Himmelsnordpol, dem Drehpunkt des Firmamentes. Während andere Sterne im Laufe der Nacht über den Himmel wandern oder auf- und untergehen, bleibt der Polarstern immer an derselben Stelle. Senkrecht unter ihm am Horizont ist Norden.

Tief über dem Nordhorizont steht das Himmels-W der Kassiopeia. Weiter im Osten steigen die ersten Sommersternbilder Herkules und Leier über den Horizont. Zur gleichen Zeit verschwinden im Westen die Wintersternbilder, zu denen die Zwillinge, der Fuhrmann und der Stier gehören.

Im südlichen Himmelsbereich haben sich die Frühlingssternbilder ausgebreitet. Hoch im Süden steht der Löwe. Sein hellster Stern "Regulus" deutet das Herz des himmlischen Raubtieres an.

Wenn wir die Krümmung der Wagendeichsel in einem Schwung nach Südosten verlängern, trifft man auf den hellsten Stern im Bärenhüter. Sein Name lautet Arktur und er ist 36 Lichtjahre entfernt. Damit gehört er zur stellaren Nachbarschaft des Sonnensystems. Die hellsten Sterne des Bärenhüters formen eine Figur, die an einen Winddrachen erinnert. Wer sich die Sternkarte ansieht, kann vielleicht auch nachvollziehen, daß die Amerikaner seine Figur mit einer Eistüte vergleichen.

Die weitere Verlängerung des Bogens vom Wagen über Arktur hinaus führt zur Spica, dem hellsten Stern in der Jungfrau. Arktur und Spica bilden einen auffallenden Farbunterschied. Arktur strahlt ein gelb-rötliches Licht aus, während Spica rein weiß ist. Die Ursache liegt in den unterschiedlichen Temperaturen dieser beiden Sterne. Gemäß einer physikalischen Gesetzmäßigkeit ändert sich mit zunehmender Temperatur auch die Farbe eines glühenden Körpers. Arktur besitzt mit 4200 Grad eine relativ geringe Oberflächentemperatur und gibt daher viel Licht in roter und orangener Farbe ab. Demgegenüber bringt es Spica auf beachtliche 20.000 Grad. Ihr Licht ist deshalb blauweiß. Unsere Sonne nimmt eine Mittelstellung ein. Mit 6000 Grad Oberflächentemperatur würde sie aus den Tiefen des Kosmos wie ein gelber Stern aussehen.

Weiter östlich steht Herkules, der sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammensetzt. Wer im Sommer freitags oder samstags abends die Sternwarte besucht, wird im Fernrohr einen Sternhaufen im Herkules bewundern können. Auf einem Blick lassen sich hunderttausende Sterne erkennen, die sich kugelförmig zusammenballen. Kugelsternhaufen umgeben unser Milchstraßensystem wie ein Mückenschwarm eine Laterne.

Mehr Himmels-Infos erwünscht? Eine gute Zusammenstellung von Hinweisen findet man bei http://www.astronomie.de/himmelsvorschau/

Eine einstellbare Online-Sternkarte gibt es bei http://www.astroviewer.de/

Die meisten Angaben gelten für Nürnberg ebenso wie für Berlin.

 

 

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